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10. IESO in Mie, Japan

Konnichiwa aus Nihon, dem Land der aufgehenden Sonne!

Gemeinsam mit zwei weiteren Kärntnern, Elisabeth Klaus vom Europagymnasium Klagenfurt und Tobi Gaggl vom Peraugymnasium Villach, ist uns beiden Schülern vom BRG Feldkirchen, Hanna Steindorfer (8B) und Michael Haberl (ehem. 8A), die Ehre zuteil geworden, Österreich bei einem weltweiten Wettbewerb, der 10. IESO (International Earth Science Olympiad) unter dem Motto „Our Future: Earth and Space“, vom 20. bis 27. August 2016 im fernen Japan vertreten zu dürfen.

Nach beinahe 24-stündiger Reise über München und Helsinki – Abfahrt um 1:45 nachts in Villach – ist es uns morgens am Tag darauf endlich gelungen, mit unseren Mentoren Kirsten von Elverfeldt und Berhard Sallay in Nagoya japanischen Boden zu betreten. Bereits dort hätte die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, die uns die ganze Woche zu schaffen gemacht hat, einige von uns beinahe überwältigt.
Dank des frühen Fluges war uns bis zum Beginn der Olympiade noch ein Tag Pause vergönnt, den wir alle bitter nötig hatten, auch angesichts des bevorstehenden, fast lückenlos ausgefüllten Zeitplans, der sich täglich von 6:30 bis 21:00 erstreckte.
Bevor wir allerdings mit unserem gesamten Wissen in den Disziplinen Geologie, Meteorologie, Ozeanografie und Paläontologie sowie Astronomie so richtig loslegen konnten, wurde allen Teams noch einige Zeit zum gegenseitigen Näherkommen und zum Kennenlernen des Landes und seiner Kultur gewährt – diverse Schocks aufgrund der Unterschiede waren nicht auszuschließen. So war im Programm nach spontaner Vorstellungsrunde, Einführung inklusive Aufklärung über mögliche Katastrophen und offizieller Eröffnungsfeier in traditioneller Tracht eine ganze Reihe von Ausflügen vorgesehen, während unsere fleißigen Mentoren die schriftlichen Fragen übersetzen. Verbunden mit stundenlangen, aber nie langweiligen Busfahrten mit hundert anderen Teilnehmenden aus 26 Nationen, einheitlich gekleidet in schicken gelben T-Shirts mit dazupassenden „Kappalan“ und modischen Namensschildern, sind wir kreuz und quer durch die außerordentlich grüne Provinz gereist. Geboten wurde unter anderem eine Vorstellung und Besichtigung am Ninja-Museum Iga Ueno, ein Austausch mit Oberstufenschülerinnen und -schülern aus Ise mit anschließender Führung durch ein nachgebautes historisches Stadtteil, die am nahe gelegenen Shinto-Schrein Ise Jingu endete sowie ein Besuch des Mie Prefectural Museums.

Das Warten hatte am vierten Tag mit den Tests schließlich ein Ende gefunden: In Form von ziemlich anspruchsvollen Multiple-Choice-Fragen wurde in insgesamt vier Stunden unser Wissen und Können auf die Probe gestellt, wobei hauptsächlich Grundwissen und logisches Verknüpfen stark im Vordergrund standen. Der verhältnismäßig gering gewertete praktische Test umfasste die Themen Energie und Astronomie, die beide gute physikalische und mathematische Kenntnisse voraussetzten, sowie einen eher oberflächlichen Geologie-Teil, der weit im Landesinneren stattgefunden hat.
Doch wie Prof. Shankar, Vorsitzender der Gründerorganisation von IESO, bereits in seiner Eröffnungsrede ausdrücklich betont hat, soll die Olympiade nicht nur als Wettstreit gesehen werden, sondern junge Leute auch zur internationalen und globalen Zusammenarbeit ermutigen. So wurde dieses Jahr zusätzlich zur ITFI (International Team Field Investigation), einer Besonderheit der IESO, noch eine weitere Gruppenarbeit angekündigt: Das ESP (Earth Science Project). Dazu waren wir mit sechs anderen Teilnehmenden aus verschiedensten Nationen je einer von 16 Gruppen zugeteilt. Abhängig davon wurde unsere Aufgabe bei der ITFI entschieden.
Bei Hanna in Gruppe F galt es, die Verteilung der Steine eines bekannten Kiesstrandes und dessen Entstehung zu untersuchen, Gruppe J mit Michael prüfte und bewertete die vorhandenen, eher älteren Schutzmaßnahmen in einem tsunamigefährdeten Gebiet. Obwohl die Verständigung nicht allen ganz leicht fiel, war die gegenseitige Akzeptanz umso größer, was hervorragende Zusammenarbeit beinahe garantierte.
Das recherchebasierte ESP über Lebensbedingungen an einer tektonischen Plattengrenze ist bei der straffen Zeitplanung leider entschieden zu kurz gekommen und war offiziell schon fast abgesagt worden, stellte sich allerdings für Gruppe J dank einer kreativen Fragestellung und viel Improvisation am Ende mit einer Silber-Auszeichnung als voller Erfolg heraus.
Jeglicher Kampfgeist ist bereits nach den Präsentationen der Projekte aus sämtlichen Teilnehmern gewichen und hat am Farewell-dinner mit unterhaltenden Vorstellungen der einzelnen Teams über ihre Nation einer allgemeinen Party-Stimmung Platz gemacht. Für viele war das Grund genug, die ganze Nacht bis zu unserer Abfahrt um 4:40 morgens durchzufeiern und uns noch einen bewegenden Abschied zu bieten.
Dass wir die Siegerehrung nicht mehr miterleben konnten, schmerzt zwar, kann aber niemals die einzigartigen Erinnerungen an diese Veranstaltung trüben.
Natürlich ist ab und zu nicht alles, wenn auch bis ins letzte Detail durchdacht, vollständig nach Plan gelaufen, dabei zeigten sich die japanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eher von ihrer unflexiblen Seite, was einiges unserer wertvollen Freizeit gekostet hat. Eines hatten sie aber erreicht, was keiner Planung besser gelingen könnte, nämlich unter allen Bewerberinnen und Bewerbern eine weltumspannende und tiefgreifende Freundschaft zu knüpfen und ausschließlich die besten Erinnerungen bei der Rückkehr mit zahlreichen Geschenken von anderen Teams zu hinterlassen.
Neben unseren fleißigen Mentoren möchten wir noch Frau Mag. Sabine Seidl, die heuer eher hinter den Kulissen alle Vorbereitungen für die IESO getroffen hat und immer wieder der Teilnahme eines österreichischen Teams überhaupt erst den Weg ebnet, und den Fachpersonen, die unser Wissen erst auf ein Niveau gebracht haben, mit dem wir international mithalten konnten, herzlichst für ihren Einsatz danken. Großes Lob gilt auch unserer Chemie-Professorin am BRG-Feldkirchen, Frau Prof. Gebetsberger. Nur ihrem begeisterten Einsatz, ihren vielzähligen Kontakten und nicht zuletzt ihrer Durchsetzungsfähigkeit verdankt es eine relativ kleine Schule wie unsere, an so vielen Projekten im Bereich der Naturwissenschaften und Ähnlichem teilnehmen zu dürfen. Ihretwegen haben wir erst von dieser, eher weniger bekannten Olympiade gehört und konnten im fernen Japan erfolgreich Österreich repräsentieren. Arigato gozaimashita!

Für das Team: Michael Haberl

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